Februar 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

Als erstes möchten wir Danny Boyle, Anthony Dod Mantle und dem ganzen Team ganz herzlich für ihren atemberaubenden Erfolg bei der Oscar-Verleihung gratulieren ! Ebenfalls gratulieren möchten wir Ronald Scharf, dessen Kurzfilm „Birnbaum“ das Prädikat „besonders wertvoll“ erhalten hat. Außerdem können Sie Messeberichte von der Berlinale, dem Micro Salon in Paris und der LLB in Oslo lesen. Außerdem können wir von den ersten erfolgreichen Restaurationsprojekten berichten, die mit unserem SteadyFrame Scanner durchgeführt wurden.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihr P+S Technik Team


IBC 2006 1| „Slumdog Millionaire“ mit 8 Oscars ausgezeichnet


Wir alle von P+S Technik gratulieren Danny Boyle, Anthony Dod Mantle und dem ganzen Team zu ihrem großartigen Erfolg ! Der Spielfilm Slumdog Millionaire war der herausragende Gewinner der 81. Verleihung der Academy Awards. Der zum Großteil mit dem digitalen Kamerasystem SI-2K produzierte und bereits mehrfach preisgekrönte Film wurde mit acht Oscars ausgezeichnet, unter Anderen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Beste Kamera, Bester Schnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch. Hinter dem großen Erfolg des Films steckt neben der großartigen Story auch die Technik aus Ottobrunn bei München, die durch ihre Flexibilität und Effizienz bei der Erstellung und Bearbeitung von digitalem Filmmaterial Boyle’s außergewöhnliches Konzept für die Aufnahmen ermöglicht hat: Eine ganze Reihe von Sets in Mumbai waren real, d.h in vielen Szenen war nur den Schauspielern und der Crew bekannt, dass am jeweiligen Set ein Kinofilm gedreht wurde. Die mit diesen Mitteln erreichte Authentizität der eindrucksvollen Bilder erwies sich als genial um der märchenhaften Story die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen.

 


Stefan    Stefan Ciupek with recorder in Mumbai      


Für die praktische Umsetzung dieses filmkünstlerischen Stilmittels wurde die innovative Technologie aus Ottobrunn genutzt. Es konnten nur professionelle Aufnahmegeräte verwendet werden, die nicht sofort als Kinokamera erkennbar sind, ansonsten wäre die Authentizität der unbedarften Komparsen und Golden Globe Gewinner auf der Strecke geblieben. Die Lösung war das digitale Kamerasystem SI-2K Mini, das vom Ottobrunner Kameraentwickler und -hersteller P+S Technik in Kooperation mit Silicon Imaging mit Sitz in New York entwickelt wurde. Dessen sogenannter Kamerakopf, der einen 2/3“ CMOS Bildsensor beherbergt, vor welchen dann die Optik montiert wird, kann vom Rest des Systems separiert werden. Die eigentlichen Bildverarbeitungs- und Aufnahmekomponenten können anderswo platziert werden, z.B. im Rucksack des Kameramanns, an einem Helm oder auch unter einem Zug. So kann das ‚Auge’ der digitalen Kinokamera vergleichbar wie kompakte Handkameras gehandhabt und bedient werden. Durch die enorme Handlichkeit und die nahezu unbegrenzten Variationsmöglichkeiten der SI-2K  konnte eine ganz eigene Bildsprache entwickelt werden, die perfekt zur Geschichte passt, die der Film erzählt.

Um neuen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen braucht es auch immer Pioniere. Der britische Kameramann Anthony Dod Mantle ist bereits bekannt dafür, dass er als Kameramann neue Wege beschreitet. Dod Mantle’s 2. Kameraoperator und DIT war der Berliner Stefan Ciupek, der als einer der renommiertesten Spezialisten für HD-Kameras und HD-Technik gilt. Die technische Ausrüstung kam von der Firma Pille Filmgeräteverleih (Wiesbaden/Köln), die nicht nur als erste bereit war, die neue Technik zu unterstützen, sondern deren Techniker die Kameras und Aufnahmegeräte speziell für die schwierigen Drehbedingungen in den heißen und beengten Slums von Mumbai in noch nicht dagewesener Weise aufwendig modifizierten. So wurden etwa allein zur Kühlung der digitalen Aufnahmegeräte täglich über 20 Kilo Trockeneis benötigt. Laut Wolfgang Damm, dem technischen Leiter der Modifikationsarbeiten bei Pille, ist die Firma für diesen Film bis „an die Grenzen des Machbaren“ gegangen.

Somit stellt Slumdog Millionaire aus technischer Sicht eine wahre Zeitenwende dar: Es ist der erste zum Großteil digital produzierte Film, der mit Oscars ausgezeichnet worden ist. Damit ist der Computer endgültig am Filmset angekommen. Die Gewinner dieses Trends sind offensichtlich: die kreativen Pioniere.

[Offizielle Slumdog Website]


IBC 2006 2| „Birnbaum“ mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet


Die experimentelle und künstlerisch anspruchsvolle Filmproduktion von Ronald Scharf wurde mit dem Bildkonverter MINI35 von P+S Technik aufgezeichnet und mit einem Cinevator Film Printer direkt auf 35mm-Positiv ausbelichtet.
 
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) hat die Kurzfilmproduktion nun mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet:
„Zwei junge, gut aussehende Menschen leben in einer symbolisch aufgeladenen und stark stilisierten Sphäre des Alterns zwischen welken Blumen, Schnecken und nostalgischem Dekor. Interessant und detailreich ist diese Erzählung mit den sparsam eingesetzten Dialogen, die durch die gut geführten Schauspieler zusätzlich an Bedeutung gewinnt. So entsteht eine ideenreiche und unkonventionelle Mischung aus experimentellen Elementen, kunsthistorischen Anleihen, ausdrucksstarken Farben und bewussten Irritationen irgendwo zwischen Surrealismus und konkreter Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit.“ (FBW)

Die 35mm-Vorführkopien von Birnbaum sind ein technisches Novum im Bereich Realfilm: Die Kopien entstanden in einem neu entwickelten, bei BIRNBAUM erstmals eingesetzten Workflow ohne Videobänder und Filmmaterial als Zwischenstufe. Es handelt sich also um extrem hochwertige Kopien erster Generation. Das Kamerabild wurde in DVCPRO HD auf Speicherkarten aufgezeichnet und mit einem Cinevator Film Printer direkt auf 35mm-Positiv ausbelichtet.

Spielfilm - Deutschland 2007 - FBW: Prädikat besonders wertvoll - 18 Min. - FSK: liegt noch nicht
vor - R: Ronald Scharf - B: Ronald Scharf & Katharina Koester - P: Ronald Scharf, Luxid
Filmproduktion, FH Mainz - D: Malina Ebert, Andreas Guenther, Ingeborg Jahns, Uta-Monika Biwer
u.a.

Kontakt: Ronald Scharf ( rs@luxid.tv )

IBC 2006 3| Messebericht Berlinale Talent Campus


 

 

Der Berlinale Talent Campus ist ein internationaler Höhepunkt für die talentiertesten Newcomer der Filmemacher. Das sechstägige Programm ist speziell auf junge Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren, Kameramänner, Filmarchitekten, Komponisten, Cutter und Filmkritiker von der ganzen Welt zugeschnitten. Der Campus ist ein alljährliches Ereignis, das zur Zeit des internationalen Filmfestivals in Berlin stattfindet. In diesem Jahr war der Berlinale Talent Campus dem Thema Wendepunkte gewidmet: "Suddenly, It All Happened – The Turning Point In Close-Up".

P+S Technik war mit Anna Piffl vertreten, die einen PRO35 für die Sony EX3 und einen SKATER Mini Dolly für eine Gruppe junger talentierter Filmemacher im Gepäck hatte. Diese nutzten die Gelegenheit, um das Material im Rahmen einer Reihe von Clip-Produktionen zu testen.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern des Talent Campus und allen Besuchern der Berlinale.


[Offizielle Talent Campus Website]

Talent
IBC 2006 4| Messebericht Micro Salon, Paris


Der Micro Salon der AFC fand in der legendären FEMIS Filmakademie in Paris statt, und war erstmalig eine zweitägige Veranstaltung (17./18.02.). Alfred Piffl, Geschäftsführer von P+S Technik und Andrew Steele von EMIT, unserem Vertragshändler in Frankreich, waren für P+S Technik vor Ort. Der Micro Salon wurde vom gesamten Who’s who der Pariser Filmindustrie besucht. Die an unserem Stand ausgestellten Produkte zogen große Aufmerksamkeit auf sich: Das 3D Stereo Rig war mit zwei HD Kameras bestückt und war ein Blickfang, der SI-2K Mini mit Digi Prime Objektiv und optischem Sucher wurde von Interessenten nahezu belagert.

[Offizielle Micro Salon Website]

IBC 2006 5| Messebericht LLB, Oslo


Zum ersten Mal waren P+S Technik Produkte auf der Ausstellung der LLB Show in Oslo vertreten. VideoUstyr, unser neuer Vertragshändler in Norwegen, hat dieses Lokalereignis professionell und mit viel Know-How gestemmt und eine breite Palette an P+S Produkten präsentiert, inklusive dem digitalen Kamerasystem SI-2K, den Bildkonvertern PRO35 and MINI35 und die komplette SKATER Dolly Produktfamilie.

IBC 2006 6| SteadyFrame in Action


Wir freuen uns, an dieser Stelle mitteilen zu können, dass die ersten erfolgreichen Restaurierungsprojekte mit dem P+S Technik SteadyFrame-Scanner abgeschlossen sind. PostFactory hat für die MB-Babelsberg 12 Filme der späten DEFA-Produktionsphase restauriert, d.h. in 2K gescannt, die Daten bearbeitet und gesichert und HD-Sendebänder im Standard HDCamSR 4:4:4 hergestellt. Zum Einsatz kam erstmals der neu entwickelte 2K Scanner „SteadyFrame“ von P+S Technik, der speziell für Archiv-Anwendungen konstruiert wurde. Der Scanner arbeitet mit einem schonenden Filmtransport ohne Sperrgreifer, der es dem Flächensensor ermöglicht, in kurzer Zeit große Mengen zu scannen, ohne das Filmmaterial zu beschädigen. Er liefert wahlweise Bilder im DPX, TIFF oder CineForm Intermediate Format, was für die Restaurierung, Farbkorrektur und VFX alle Optionen offen lässt. Dank der integrierten Stabilisierungssoftware haben die Ergebnisse einen extrem guten Bildstand – hilfreich für die Bearbeitung von VFX-Shots, besonders bei Green Screen. Die gescannten Filmdaten wurden auf einem Baselight-System farbkorrigiert und parallel mit PF-Clean bearbeitet. Die Restaurierungssoftware kann direkt auf das Baselight  zugreifen und die restaurierten Einzelbilder zurück in die Timeline schreiben.

Die Filme wurden zu Beginn der 90er Jahre von DEFA-Nachfolgegesellschaften produziert. Dabei sind z.B. „Der Verdacht“ von Frank Beyer/Ulrich Plenzdorf oder „Zwischen Pankow und Zehlendorf“ von Horst Seemann.

Viele der Filme sind nicht nur Filmdokumente, sondern sind auch frühe Beispiele der sog. „Berliner Schule“.  Die nüchterne Abbildung der Realität und Normalität des Alltags nach der Wende steht im Mittelpunkt. Die Geschichten spielen nicht selten in sozial schwachen Bevölkerungsgruppen und drehen sich um die zwischenmenschlichen Probleme. Zwei Beispiele:

Herzsprung, von Helke Misselwitz, mit Ben Becker, Eva Maria-Hagen, Günter Lambrecht, zeichnet das Leben in einem trostlosen, tristen Kaff irgendwo in der Mark Brandenburg: Nach der Wende liegt das soziale Leben in dem Ort brach, auch wirtschaftlich ist Herzsprung am Ende. Kurz nach der Wiedervereinigung verliert die junge Johanna, Mutter zweier Kinder, ihren Job in einer Werksküche. In dieser Situation verliebt sie sich in einen geheimnisvollen Farbigen….

Eine faszinierende Wiederentdeckung ist  „Der Blaue“ (1993). An der Seite von Manfred Krug agiert Ulrich Mühe in Lienhard Wawrzyns Kinofilm, der sich als erster Film mit dem Thema Verrat und Vergangenheitsbewältigung im Zusammenhang mit dem Ministerium für Staatssicherheit auseinander setzt. Ulrich Mühe spielt diesmal einen DDR-Geschädigten, der Manfred Krug als Stasi-Spitzel enttarnt.

Darüber hinaus beinhaltet die Reihe auch deutsch-französische Koproduktionen, wie „Die Maschine“ mit Gerard Depardieu oder „Eine französische Frau“ von Régis Wargnier mit Emmanuelle Béart.

IBC 2006 7| Messe- & Workshoptermine im März 2009


03. - 05.03.09   Cab Sat, Dubai
13. - 14.03.09   BSC New Equipment Show, London
18. - 20.03.09   CPS, Moskau

Zukünftige Messetermine finden Sie auf unserer Homepage [Eventkalender P+S Technik].

 
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